Inhalt - Lautsprecherbau
>Der Lautsprecherbau<
>Welche Box ist die Richtige<
>Die Gehäusekonstruktion<
>Die Oberfläche<
Materialien für die Oberfläche

Nachdem die Gehäusekonstruktion steht und der erste „Etappensieg“ gefeiert wurde geht es an die Oberfläche. Hier ist Gründlichkeit und Kreativität gefordert. Für die Verkleidung sind sehr viele Materialien sehr gut geeignet, da die Neigung zu Schwingungen hier durch die stabile Gehäusekonstruktion keine große Rolle mehr spielt. Die hier vorgestellten Materialien sind nur ein Teil der Palette von Möglichkeiten. 

Lackierung
Die meisten Oberflächen von Lautsprechern werden lackiert und in der Tat sind Lacke auch gut
geeignet um eine schöne Optik zu erzielen. Innerhalb der Lacke selbst gibt es eine ganze
Reihe an verschiedenen Möglichkeiten.
Wer sich zum Lackieren mit Piano- und Hochglanzlacken entscheidet sollte sich sehr viel Mühe
beim Schleifen der Konstruktion und speziell von Stirnseiten und Schraubenverspachtelungen
geben. Dellen, Kanten, Verschmutzungen und Spanreste sind unter dem stark reflektierenden
Flächen sofort sichtbar.
Sprühfarben erzeugen sehr gleichmäßige Oberfläche ähnlich wie in der Automobilindustrie,
das Sprühen sollte allerdings in dafür geeigneten Räumen durchgeführt werden, da der sehr
feine Sprühnebel einen ebenso gleichmäßigen Farbfilm auf allem hinterlässt was er erreichen
kann. Sprühen sollte in mehreren dünnen schichten erfolgen um keine Läufer (runterlaufende
Farbtropfen) zu erzeugen. Außerdem ist es ratsam nicht jede Boxenseite einzeln zu bearbeiten
und stattdessen die ganze Box pro Schicht zu besprühen, da Sprühnebel auf bereits
getrockneten Flächen einen unregelmäßigen rauen Bereich hinterlassen kann.
Streich-Farben die mit einem Pinsel aufgetragen werden lassen auch nach dem Trocknen noch
Pinselbahnen erkennen was mit etwas kreativem Geschick und evtl. grob gemischten
verschieden Farben einen freundlichen Effekt erzielen kann.
Beim mischen von Sprüh und Streichfarben muss darauf geachtet werden das die Farben sich mischen lassen da sonst unschöne „Gerinsel“, Flecken oder ähnliches entstehen können.
Um wirkungsvolle Effekte hervorzurufen können auch Schablonen, Airbrush, Zeichnungen und, und, und verwendet werden.
Um das erzeugte Kunstwerk zu verewigen sollte nach dem Trocknen mindestens eine Schicht Klarlack zum Schutz aufgetragen werden. 


Metalle
Metall eigenen sich wegen der teilweise edlen Optik prima als Blende. Wie
eingangserwähnt kann das Temperaturverhalten hier teilweise bei großflächiger
Verarbeitung wie auch bei Kunststoffen zum Problem werden.
Das Material sollte in dem Fall so angebracht sein das es sich wölben oder
durch die Art der Befestigung wenige mm bewegen kann. Eine einfachere
Methode ist die Verarbeitung in relativ kleinen Flächen die dann z.B. mit
Silikon oder Sikaflex aufgeklebt werden.
Wichtig ist, dass Metalle befestigt werden das sie keine klappergeräusche
erzeugen, bzw. sich aufschwingen können.
Die Beschaffung von Metallen ist nicht immer einfach, da es nicht immer in
Baumärkten erhältlich ist und wenn, dann nur sehr teuer. Auch hier kann das
Internet Abhilfe schaffen. Bei kleinen Mengen können in Absprache mit einem
Metallverarbeitenden Betrieb auch Reststücke ergattert werden.






Kunstleder und Textilien
Wer gerne eine ähnliche Oberfläche wie auf dem Armaturenbrett im Automobil
hätte oder wer etwas Struktur haben möchte kann z.B. Kunstleder oder Textilien
verwenden. Eine Eigenschaften die Kunstleder bereits von alleine aufweist sollte
bei anderen Textilien überprüft werden. Eine leichte Dehnbarkeit kann beim
verarbeiten eine Menge Nerven sparen.
Kunstleder und Textilien sind nicht teurer als lackierte Oberflächen und sind
normalerweise in Internetshops in exotischer Auswahl erhältlich. Teilweise
weichen Farben auf Produktfotos vom Original etwas ab.
Kunstleder kann gut mit einem handwarmen Heißluftfön verarbeitet werden und
wird dann mit handelüblichen Klebstoffen auf der Gehäusekonstruktion befestigt.
Da Kunstleder verhältnismäßig dick, matt und strukturiert ist fallen kleine
Unebenheiten und Kanten unter dem Leder nicht auf.
Für das präzise Zuschneiden sollten in jedem Fall ein scharfes Bastelmesser und
eine scharfe Schere vorhanden sein. Sowohl bei Kunstleder als auch Textilien
entstehen Schnittkanten die sich nicht alle auf die Unterseite verschieben lassen.
Hier können z.B. Blenden aus Naturholz, Metall oder nicht Transparentem
Kunststoff einen guten Dienst erweisen.
   
Folien
Selbstklebende Formen gibt es in Hülle und Fülle. Es gibt neben verschiedenen Farben auch Folien die mit Filzen oder Spiegelnden Oberflächen versehen sind. Folien sind in jedem Baumarkt zu bekommen und sind meist recht günstig.
Für die Verarbeitung sind ein handwarmer Heißluftfön, und scharfe Cutter und Scheren von Vorteil.
Bei Folien passiert es leicht das Luftbläschen beim aufkleben unter der Folie eingeschlossen werden. Um das zu vermeiden kann man sich mit einem kleinen aber wirkungsvollen Trick helfen: Vorausgesetzt der Untergrund ist Wasserfest, kann man die zu beklebende Fläche mit etwas Spüli vermischtem Wasser benetzen. Danach wird die Folie auf die leicht feuchte Fläche aufgelegt und ausgerichtet und letztlich die Feuchtigkeit mit einem geeigneten Gegenstand unter der Folie herausgestrichen.


Klarlack
Lacke wurden eigentlich bereits aufgeführt trotzdem soll der Klarlack hier noch
einmal gesondert erwähnt werden. In der Regel ist es so, dass den meisten
Sachen die glitzern und funkeln ein gewisser Wert beigemessen wird. Klarlack
ist hier ein echtes Allround-Talent, selbst eine gut verarbeitete MDF-Konstruktion
kann ohne Grundierung und Farbe nur mit Klarlack beschichtet schon eine
erstaunlich anschauliche Optik erhalten. Auch Metalle aller Art bekommen durch
eine glänzende Klarlackeschicht eine nette Aufwertung.
Klarlack selbst ist in Baumarkt in Sprühdosen zu bekommen und bei der
Verarbeitung einfacher zu handhaben wie andere Farben aus der Sprühdose.





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