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Stehende Wellen
Der eine oder andere hat den Begriff stehende Wellen oder Raumanoden vielleicht schon einmal gehört sie verursachen die größten Abweichungen vom Original Klang. Sie treten da auf wo parallel verlaufende Wände stehen. Was auch bereits erklärt warum ausgerechnet die stehenden Wellen für so große Schwierigkeiten sorgen, denn in den meisten Räumen verlaufen sowohl Vorder- und Rückwand, die Seitenwände als auch Decke und Fußboden parallel.
Jede Frequenz hat eine zugehörige Wellenlänge, die von der höher einer Frequenz abhängt. Wellenlänge bedeutet dabei nichts anderes als der Abstand über ein Druckmaximum und ein Druckminimum. In den folgenden Abbildungen sind die tatsächlichen Längenverhältnisse zwischen Schallwellen (3 Wellen) und einer 1m hohen Lautsprecherbox zu sehen.













Wellenlänge bei 15000Hz                                                       Wellenlänge bei 10000Hz












Wellenlänge bei 1000Hz                                                      













Wellenlänge bei 100Hz












Wellenlänge bei 25Hz

Wird eine Schallwelle von einem Lautsprecher erzeugt und trifft früher oder später auf eine Wand, von der Sie reflektiert wird. Dadurch tritt eine Überlagerung von der zur Wand hinlaufenden Welle und der von der Wand zurücklaufenden Welle auf. Gesetz dem Fall die halbe Wellelänge entspricht z.B. genau dem Abstand den die Wände voneinander haben, dann befinden sich beide Wellenberge oder beide Wellentäler der hin- und zurücklaufenden Welle an den selben Stellen was zur folge hat, das sich beide verstärken. Während die Wellen ständig zwischen den parallelen Wänden hin und her geworfen werden und sich immer wieder verstärken dauert es sehr lange bis diese sich wieder abbaut. Die Frequenz ist also weit länger und lauter im Raum hörbar als andere Frequenzen.


Diese Art der Raumresonanz tritt allerdings
nicht nur auf wenn genau eine halbe
Wellenlänge zwischen die parallelen Wände
passen, sondern auch bei zwei, drei, vier
Wellen usw.

Errechnen kann man die Raumresonanzen
und deren Vielfaches auf folgende einfache
Weise:

Ist ein Raum Beispielsweise 4,50m lang
ergibt sich: 
   343m/s / 4,50m * 2 = 38,1Hz
Weitere Resonanzen treten auf bei
  38,1Hz * 2 = 76,2Hz
  38,1Hz * 3 = 114,3Hz
  38,1Hz * 4 = 152,4Hz  
  Usw.

Im ungünstigsten Falle stehen die Abstände der Raumwände in einem ganzzahligen Verhältnis zueinander. Ist der Raum z.B. 3m hoch, 3m breit und 6m lang, dann verstärkt sich ein Teil der möglichen Raumresonanz um das dreifache!
Auch innerhalb eines Lautsprechers entstehen stehende Wellen. Da sich die Seitenwände der Box, von denen stehende Wellen reflektiert werden, nicht mitschwingen, erzeugt die Schallwelle vor der Wand den größten Druckunterschied im Raum und hat dort zugleich die geringste Geschwindigkeit. In der Raummitte ist es genau andersherum hier herrscht die größte Geschwindigkeit und der kleinste Druckunterschied, weshalb sich hier die Luftbewegungen am einfachsten unterdrücken lassen. Aus diesem Grund wird vor allen dingen auch das Gehäuseinnere einer Box mit Dämpfungsmaterial ausgefüllt.
Wer nun darüber nachdenkt wie er Wände verschieben kann und Teppiche in der Raummitte befestigt, der befindet sich prinzipiell auf dem richtigen Weg nur lässt sich das natürlich in einem Wohnraum kaum umsetzen.


Was tun?
Im Hoch- und Mitteltonbereich führen stehende Wellen meist nicht zu Problemen da sich die „kurzen“ Wellen recht homogen im Raum verteilen und von allen Arte von Teppichen, Kissen, Möbeln, Vorhängen usw. in unterschiedlichste Richtungen reflektiert werden.  Große Wellenlängen setzen auch große Luftmassen in Bewegung und lassen sich daher nicht von kleinen Einrichtungsgegenständen beeindrucken. Wem es nicht grade möglich ist einen Raum mit einer oder mehreren Schrägwänden (z.B. Dachschräge) zu nutzen, der sollte Möbel, Regale, Zimmerpflanzen, Sofas, usw. so aufstellen das sie der Parallelität der Raumwände entgegenwirken.
Ob wirklich ein Problem mit Raumanoden besteht kann man Testen indem man sich z.B. eine CD mit Testtönen brennt um Sie dann im Hörraum wiederzugeben oder noch besser wer einen PC oder Laptop im Hörraum aufstellen kann der kann sich im Internet bzw. unter folgendem Link ein Test Tone Generator runterladen und mit der Soundkarte diverse Test-Töne ausprobieren. Alle ausprobierten Frequenzen sollten dabei, ohne dass am Lautstärkenregler korrigierte wird, die gleiche empfundene Lautstärke aufweisen.
<http://www.heise.de/software/download/test_tone_generator/8005>
Vorsicht ist geboten bei Frequenzen unterhalb von 30 Hertz, denn diese sind oft im Raum nicht mehr hörbar. Trotzdem werden die Lautsprecher mit der Wiedergabe dieser Töne genauso belastet wie bei normaler Musikwiedergabe. Wer also nichts hört sollte daher beim Lauter drehen die Bewegungen bzw. mechanische Auslenkung der Membrane im Auge behalten.



Nachhall
Gibt ein Lautsprecher Musik wieder,
so gibt es einen Teil der Musik die
den Hörer auf direktem Wege von der
Box erreicht und einen Teil der erst
von Wänden, Gegenständen usw.
reflektiert wird und danach erst zum
Hörer gelangt. Man unterscheidet
daher zwischen Direktschall und
Indirektschall. Der Direktschall ist
dabei auch immer der kürzeste Weg
zu Hörer ähnlich der Luftlinie auf einer
Landkarte. Der indirekte Schall erreicht
den Hörer immer verzögert da er eine
weitere Strecke zurücklegen muss.
Der Direktschall ist dafür verantwortlich
dass die Position eine Schallquelle
wahrgenommen werden kann, das
Verhältnis von direktem zu indirektem
Schall befähigt das Gehör die Entfernung
zu einer Schallquelle wahr zu nehmen.
Der indirekte Schall kann diverse male reflektiert werden und verteilt sich dadurch sehr gleichmäßig im Raum. Wird eine Schallquelle schlagartig abgeschaltet so sind alle direkten Anteile ebenfalls sofort abgeschaltet, der indirekte Schall benötigt dagegen eine Weile bis er sich im Hörraum abgebaut hat, was die Bezeichnung Nachhall erklärt.
Das 1. Problem was hier auftreten kann ist eine sehr geringe Zeitdifferenz zwischen direktem Schallanteilen und dem Nachhall. Gelangt der indirekte Schall nur sehr leicht verzögert zum Hörer, dann ist es dem Gehör nicht mehr möglich eine exakte Richtung der Schallquelle auszumachen.
Das 2. Problem tritt auf wenn sich ähnlich wie bei
stehenden Wellen direkte und indirekte Anteile
überlagern. Haben 2 Wellenberge die selbe Position,
kann es zu einer unbeabsichtigten Verstärkung
bestimmter Frequenzen kommen, haben Wellenberg
und Wellental die selbe Position, kann es dagegen zu
starken Abschwächungen kommen.
Das 3. Problem entsteht wenn der Direktschall so stark
bedämpft wird, dass der Nachhall der den Hörer
erreicht lauter als der Direktschall empfunden wird.
Selbst wenn der Nachhall in ausreichendem maße
später beim Musikhörer eintrifft, führt das durch die
empfundene höhere Lautstärke zur Irritation des
Gehörs.
Einen enormen Einfluss hat auch die Zeit die der
Nachhall benötigt um abzuklingen. Jeder hat schon
mal erfahren das unterschiedliche Räumlichkeiten
unterschiedliche „Klangcharaktere“ haben. Ein
gekacheltes Badezimmer hört sich anders an als ein
Theatersaal und ein Wohnzimmer anders als eine
Kirche. Der Klang dieser Räumlichkeiten ergibt sich
aus den Ausprägungen des Nachhalls.
Das 4. Problem ergibt sich, da auf den Aufnahmen
von Künstlern deren Musik man hört auch bereits
Nachhall enthalten ist. Das ist nicht nur bei Aufnahmen
von Konzerten oder Gregorianischen Kirchchören  so, sondern ebenso bei Studioaufnahmen. Wird so ein Tonträger nun im heimischen Hörraum abgespielt kommt auch der Nachhall dieses Hörraumes zum Nachhall des Tonträgers hinzu, was ebenfalls irritierenden Einfluss auf das Gehör hat.  Es ist daher generell von Vorteil wenn in einem Hörraum möglichst viele Materialien verarbeitet sind, die eine dämpfende Wirkung auf den Nachhall haben. 
Was tun?
Um die ersten zwei Probleme in den Griff zu bekommen ist der Aufstellungsort der Lautsprecherbox von entscheidender Bedeutung. Frühe Reflexionen werden am einfachsten unterdrückt wenn Lautsprecherboxen nicht direkt neben Wänden aufgestellt werden. Die größere Rolle spielen dabei die Wände seitlich neben der Box. Ein Mindestabstand von ca. 50-100cm sollte für die meisten Raumgrößen im Heimbereich ausreichend sein. 
Um zu laut empfundene frühe Reflektionen zu vermeiden darf der Direktschall nicht behindert werden. Vorhänge oder Hindernisse im direkten Wege zwischen Box und Hörer können daher nur Nachteilig sein. 
Damit sich die Aufnahme z.B. einer Rockband sich nicht anhört als wäre sie in einem Badezimmer  aufgenommen worden, sollten im Wohnzimmer wie bereits erwähnt möglichst viele dämpfende Materialien verarbeitet sein, die dafür sorgen das der Nachhall nicht zu lange im Raum reflektiert wird. Solche Materialien können Kissen, Schwere Vorhänge, Polstermöbel, Teppiche usw. sein.  

Menschen deren Wissensdurst bis hier her nicht gestillt ist, können auf folgender Seite einige sehr Gute Ausführungen mit einer Reihe weiterführenden Details zum Thema Akustik und Optimierungen von HiFi-Hörräumen durchlesen.
http://www.burosch.de/shop/shop_content.php?coID=92
Weitere Artikel zu Heimkino und mehr giibt es dort unter der Rubrik INFO.

Stehende Welle
Schall Verstärkung
Schall Abschwächung
Treffen 2 "Wellenberge" oder 2 "Wellentäler" aufeinander
kommt es zu einer Verstärkung
Treffen "Wellenberg" und "Wellental" aufeinander
kommt es zu einer Abschwächung
direkt indirekt Schall